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Der Erfolg spanischer Bestseller, der aus dem Ausland kam

Als der Name Virginia Feito, von Beruf Publizistin, in Spanien bekannt wurde, hatte die Schriftstellerin in den Vereinigten Staaten bereits mit ihrem ersten Roman einen großen Erfolg errungen. Obwohl sie Spanierin ist, hat sich Feito, die seit ihrer Kindheit auf Englisch schreibt und liest, natürlich für den angelsächsischen Markt entschieden. Diese Wette verlief nicht schlecht für sie. Die Geschichte von Mrs. March, einer Frau in Strümpfen und Pelzmänteln, die auf der Upper East Side von New York lebt und allmählich von der Persönlichkeit ihres Mannes besessen wird, schaffte es, in einer Mischung aus psychologischer Spannung und schwarzem Humor, nicht nur in den Vereinigten Staaten auf mehrere Bestsellerlisten, sondern hat dank Elizabeth Moss auch die Filmindustrie erreicht. Die Schauspielerin, die, wenn alles gut geht, bald diese extravagante Figur spielen wird -die Produktionsfirma Blumhouse hat bereits die Rechte für die Leinwandadaption erworben-, hat sich sofort für das Buch interessiert, noch bevor es veröffentlicht wurde.  

Der Fall Feito, dessen Buch Anfang 2022 in Spanien erschien, ein Jahr nach seiner Veröffentlichung in den Vereinigten Staaten, erinnert an andere spanische Schriftsteller, die ebenfalls einen ähnlichen Prozess durchliefen. Der berühmteste ist der von Carlos Ruiz Zafón. Der weltweit meistgelesene spanische Schriftsteller nach Cervantes hatte bereits mehrere Jugendbücher veröffentlicht – darunter El príncipe de la niebla (Der Fürst des Nebels) und Marina (in Deutschland unter dem gleichen Titel herausgegeben), als er im Jahr 2000 La sombra del viento (Der Schatten des Windes) für den Fernando-Lara-Romanpreis einreichte und damit in die Endrunde einer Ausgabe kam, in der Ángeles Caso die Gewinnerin war.

Die Worte eines Ministers

Zu behaupten, der Erfolg des Autors sei im Ausland früher entstanden als in Spanien, wäre jedoch unfair und unwahr. Obwohl die Anfänge diskret und bescheiden waren und auch ohne großen Promotionslärm, als Ruiz Zafón seinen Roman 2003 auf der Frankfurter Buchmesse vorstellte, führte der Titel in Spanien bereits die Bestsellerlisten an, und zwar eher durch Mundpropaganda als durch die Aufmerksamkeit der Medien. Doch der Anstoß des deutschen Außenministers Joschka Fischer, der sich in einer Fernsehsendung zu seiner Begeisterung für das Buch bekannt hatte, was den Absatz in Deutschland erstaunlich ankurbelte, war endgültig. Dies bestätigte nicht nur den Erfolg des Schriftstellers, sondern weckte auch das Interesse ausländischer Agenten und Verleger an anderen spanischen Autoren. Heute hat sich sein Buch bereits 15 Millionen Mal verkauft. 

In die gleiche Kerbe wie Feito oder Ruiz Zafón schlägt der Fall von Antonio Iturbe. Der in Zaragoza geborene Schriftsteller und Journalist, der 2017 für seinen Roman A cielo abierto mit dem Preis Biblioteca Breve ausgezeichnet wurde, hatte bereits mehrere Romane wie Rectos torcidos oder Días de sal sowie eine Kinderserie mit Inspector Cito und Chin Mi Edo veröffentlicht, als er 2012 La bibliotecaria de Auschwitz (Die Bibliothekarin von Auschwitz) schrieb. 

Dieser Roman basiert auf der wahren Geschichte von Dita Kraus, einem 14-jährigen Mädchen, das während des Nationalsozialismus für die Bewachung einer geheimen Bibliothek und die Verteilung der Bücher an die Gefangenen zuständig war, erschien erstmals in einer Auflage von 8.000 Exemplaren. Wie Ruiz Zafón hatte auch Iturbes Werk schon vorher seinen Lauf, aber etwas hat sich definitiv geändert, als es 2019 zum meistverkauften übersetzten Buch im Vereinigten Königreich wurde. Von Planeta 2020 in einer erweiterten und aktualisierten Fassung  wiederveröffentlicht, wurde es in mehr als dreißig Sprachen übersetzt, hat sich im Ausland bereits 500.000 Mal verkauft (davon 300.000 Mal auf Englisch) und wird demnächst von Salva Rubio und Loreto Aroca als Comic adaptiert.

Angriff auf die librairies

Aber das vielleicht beste Musterbeispiel für einen spanischen Schriftsteller, der zuerst im Ausland Erfolg erreichte, ist Víctor del Árbol. Der Autor von El peso de los muertos und Finalist des Fernando-Lara-Romanpreises für El abismo de los sueños (bis heute unveröffentlicht), der zuerst Seminarist und dann bis 2012 Polizist war, begeisterte das französische Publikum mit seinem dritten Roman La tristeza del samurái, in dem er die Geschichte eines Verbrechens in der spanischen Nachkriegszeit in zwei parallelen Handlungssträngen erzählt: einer spielt 1941 in Extremadura, der andere 1981 in Barcelona. 

Das Buch, 2012 mit dem Prix du Polar Européen für den besten Kriminalroman in Europa ausgezeichnet, wurde in Frankreich schnell zum Bestseller und in ein Dutzend Sprachen übersetzt. Als er 2016 für La víspera de casi todo mit dem Nadal-Preis ausgezeichnet wurde, hatte Del Árbol, der in der Folge Titel wie Por encima de la lluvia, Antes de los años terribles und El hijo del padre veröffentlichte, in Frankreich bereits viermal mehr Exemplare verkauft als in Spanien. Eine Idylle, die bis heute anhält, so dass er 2017 zum Chevalier des Lettres et des Arts der Académie Française ernannt wurde, ein Titel, den bisher nur ein anderer Spanier innehatte: Arturo Pérez-Reverte.

*Imagen: Penguin Libros España

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