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Frauen und Bücher, ein starkes Bündnis

Der Internationale Frauentag wird seit 1975 an jedem 8. März begangen. Es handelt sich um 24 Stunden, in denen der Kampf für die Gleichberechtigung, Beteiligung und Ermächtigung der Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen für die restlichen 364 Tage des Jahres sichtbar gemacht wird.

Die Fakten über diese Ungleichheit sind in der ganzen Welt und auch in Spanien offensichtlich, obwohl Spanien bei der Verteidigung der Frauenrechte und der Bekämpfung der geschlechtsbezogenen Gewalt eine Vorreiterrolle spielt.

 Die Gleichstellung der Geschlechter ist genau einer der Pfeiler, auf die sich das Projekt Spaniens als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2022 stützt. Denn wenn es eine Branche gibt, in der diese Zahlen nicht so besorgniserregend sind, dann ist es der Buchsektor.  

Frauen stehen an der Spitze der Leserschaft, sie sind in der Verlagswelt und in den Kultureinrichtungen in der Mehrheit. In den letzten Jahren ist in der Literaturszene eine Generation von Schriftstellerinnen erschienen, die über die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft, über Mutterschaft und Feminismus nachdenken. Gleichzeitig werden sie mit Preisen und Auszeichnungen für Werke aller Genres und Altersgruppen ausgezeichnet: Essays, Romane, Theater, Poesie, Comics, Kurzgeschichten… Sie setzen den Weg fort, den ihre etablierten Vorgängerinnen eingeschlagen haben, und sind in Spanien und im Ausland erfolgreich.  

So gingen beispielsweise die Preise Las Librerías Recomiendan, Grupo Kirico und Zona Cómic 2021 an Schriftstellerinnen, Comicautorinnen oder Zeichnerinnen. An diesen Auszeichnungen, die vom Spanischen Verband der Buchhändlerverbände und -gilden (CEGAL) vergeben werden, haben mehr als 150 Buchhandlungen in Spanien teilgenommen, die „die Einzigartigkeit, das Wagnis und den Reichtum ihrer Stimmen und Angebote“ hervorgehoben haben. Die Preisträger waren Laura Fernández für ihren Roman La señora Potter no es exactamente Santa Claus (Literatura Random House), Vivian Gornick für den Essay Cuentas pendientes (Sexto Piso), Ángela Segovia für den Gedichtband Mi paese salvaje (La Uña Rota), Camile Jourdy für den Comic Las Varamillas (Astronave), Mónica Rodríguez für Cueto negro (Luez) und Teresa Valero für ihren Comic Contrapaso. Los hijos de los otros (Norma). Der Javier-Morote-Preis, der sich an junge Autoren richtet, ging ebenfalls an eine Schriftstellerin, in diesem Fall an die Mexikanerin Clyo Mendoza für Furia (Sigilo /Almadía).

Auch der Anteil der weiblichen Leser bietet optimistische Fakten. Laut dem Barómetro de Hábitos de Lectura y Compra de Libros en España 2021, (Barometer der Lese- und Bücherkaufgewohnheiten in Spanien 2021) das von dem  Spanischen Verband der Verlegergilden (FGEE) mit Unterstützung des CEDRO und in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultur und Sport erstellt wurde, lesen fast 70% der Frauen in ihrer Freizeit, das sind 10 Prozentpunkte mehr als der Anteil der männlichen Leser. Dieser Unterschied bleibt in allen Altersgruppen bestehen, außer bei den über 65-Jährigen, wo die Zahlen gleich sind. Ebenso befinden sich unter den 35,6% der Spanier, die nie oder fast nie lesen, weniger Frauen als Männer.

Demselben Barometer zufolge sind traditionelle Buchhandlungen nach wie vor die bevorzugten Orte, an denen die Leser andere Bücher als Lehrbücher kaufen. Und wie steht es um die Teilnahme von Frauen in diesem Bereich? Die Antwort liefert die von der Universität Zaragoza erstellter Mapa de Librerías (Karte der Buchhandlungen), die Teil des Observatorio de la Librería (Beobachtungsstelle für Buchhandlungen) ist, einem Projekt, das seit über zehn Jahren regelmäßig von CEGAL mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Sport durchgeführt wird.

Mit einem hohen Frauenanteil im Unternehmen (59,7 %) ist einer der von Álvaro Manso, Sprecher der CEGAL, hervorgehobenen Aspekte die Förderung der Festanstellung (8.277 Festangestellte, davon 4.929 Frauen) im Vergleich zur Senkung der Zeitarbeit (1.560 Zeitarbeiter).

Die gleiche Überlegenheit der Frauen zeigt sich auch in einem anderen Bereich der Buchbranche. Von den drei einflussreichsten Verlagsgruppen auf dem spanischen und lateinamerikanischen Markt werden zwei von weiblichen Führungskräften geleitet: Núria Cabutí, CEO von Penguin Random House Grupo Editorial, und Marta Martínez, CEO und Geschäftsführerin von Grupo Anaya. Außerdem sind 12 der 19 Redaktionsleiter von Penguin Frauen, und dasselbe gilt für viele andere Unternehmen der Branche: Planeta, Siruela, La Esfera de los Libros, Maeva… 

Die bekanntesten Literaturagenten des Landes sind ebenfalls Frauen: Palmira Márquez, Antonia Kerrigan, Raquel de la Concha, Mercedes Casanova, María Lynch… Sie alle sind würdige Nachfolgerinnen von Carmen Balcells, die 2015 verstarb und die Literaturagentur gründete, der sie ihren Namen gab. In den 60 Jahren ihrer beruflichen Laufbahn hat sie die Werke von sechs Literaturnobelpreisträgern vertreten: Miguel Ángel Asturias, Pablo Neruda, Vicente Aleixandre, Gabriel García Márquez, Camilo José Cela und Mario Vargas Llosa. Die Führungsrolle der Frauen in der spanischen Verlagsbranche scheint unbestritten. Verlegerinnen, Verlagsleiterinnen, Marketing- und Kommunikationsmanagerinnen, Übersetzerinnen, Agentinnen, Leserinnen, Designerinnen, Buchhändlerinnen, Illustratorinnen… Sie alle sind Hauptdarsetellerinnen unseres literarischen Ökosystems.    

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