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Literatur des Schreis

Die Schriftstellerin María Fernanda Ampuero und die Journalistin Desirée de Fez haben über die Erforschung von Grausamkeit, die Konvergenz von Phantasie und Horror, und das Aufkommen von Angst in den neuen weiblichen Erzählwelten, diskutiert. Während ihres Treffens in der Bibliothek Eugenio Trías, in Madrid, haben sie die Notwendigkeit angesprochen, Horror sowohl im Film als auch in der Literatur aus der Sicht der Frauen zu überdenken.

Beide waren sich daran einig, dass die weiblichen Ängste auf einer anderen Weise angesprochen werden: Das Verhältnis zum Körper, die Einsamkeit, die Geschlechtsidentität, die Mutterschaft, der Verlust… Wir stehen einer Generation von Schriftstellerinnnen gegenüber, die vor Labels fliehen, und die gemeinsame Anliegen teilen, die bewirken, dass sie sich vereinigen, inmitten eines von Männern kulturell beherrschten Gebietes. Dazu ist die Erscheinung einer Schriftstellerinnengeneration, die die neuen Lerserinnengenerationen erreicht, von entscheidender Bedeutung.

Wenn du nicht schreist, wirst du auch nicht gehört. Das ist selbstverständlich, aber für Ampuero ist es fast eine lebenswichtige Notwendigkeit: „Horror bedeutet die Lautsstärke höher einzustellen. Deshalb war es für mich so wichtig meinen Blick auf das wirklich Entscheidende zu richten: die Opfer. Die Angst davor, dass, zum Beispiel die ausländerfeindliche Einstellung wächst und Einwanderinnen ermordet werden“. 

„Horror ist eine Zuflucht für diejenigen die sich fehl am Platz fühlen, etwas was viele von uns empfindet haben. Mich interresiert nicht der Mörder, sondern das Opfer“, erwiderte De Fez. Beide Schriftstellerinnen betonten ihr Bedürfnis durch ihr Werk gehört zu werden: Viel und laut zu schreien, obgleich dies als Hysterie missverstanden werden könnte.

«Man hat uns die Idee vermittelt, dass unsere Ängste zu teilen eine Art und Weise war unsere Schwäche bloßzustellen.Und das ist nicht wahr. Der große Wandel bedeutet unserer Zerbrechlichkeit bewusst zu sein und den Mut zu haben das mitzuteilen. Es ist nicht schlimmes daran die Ängste auszusprechen, in Wirklichkeit entspricht das eher einer Art Kraft».

Desirée de Fez

«Ich fühle, dass ich aus dem Schrei heraus schreibe, aus dem Geheul, weil es halt keine andere Art gibt. Es gibt viele Drogen, sowohl metaphorisch wie auch wörtlich gemeint, die bewirken, dass wir inmitten der Konkurrenz verschwinden. Mann muss schreien um zu sagen: hier bin ich, hier sind wir. Es gibt Dinge die so oft gesehn wurden, dass sie unsichtbar geworden sind. und ich möchte, dass man sie wahrnimmt».

María Fernanda Ampuero

Desirée de Fez ist Schriftstellerin, Filmkritikerin, Journalistin und Drehbuchautorin. Mitglied der Filmfestspiele Festival Internacional de Cinema Fantàstic de Catalunya-Sitges, ist sie Autorin, unter anderen, der Bücher Películas clave del cine de terror moderno (Robinbook), Lo imposible (Norma) und Un monstruo viene a verme (Norma), die beiden Letzteren über Filme von J.A. Bayona. Ihre neueste Veröffentlichung ist Reina del grito (Blackie Books), ein autobiographisches Werk über weibliche Ängste.

María Fernanda Ampuero (Guayaquil, Ecuador, 1976) ist Schriftstellerin und Journalistin. Im Jahr 2012 wurde sie zu einer der bedeutendsten lateinamerikanischen Frauen von Madrid gewählt. Ihr neues Buch Sacrificios Humanos (Páginas de Espuma, 2021) befindet sich in der zweiten spanischen Ausgabe und wurde in unabhängigen Ausgaben in Ecuador, Argentinien, Mexiko und Kolumbien veröffentlicht.

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