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Wenn Literatur gezeichnet wird: Graphic Novel auf der Grundlage der besten spanischsprachigen Belletristik

Obwohl der Roman eine der jüngsten Erzählgattungen der Geschichte ist, gilt er als eine der vollständigsten, wenn es darum geht, Geschichten zu erfinden, die neue Vorstellungswelten schaffen

Es ist daher nicht verwunderlich, dass er eine wesentliche Inspirationsquelle für das Erzählen von Geschichten ist und durch Adaptionen in andere Formate übertragen wird: Kino, Fernsehen, Graphic Novels usw. Die Adaption von Romanen in eine andere Erzählsprache kann dazu beitragen, dass viele universelle Werke und Autoren ein neues Publikum erreichen, bei neuen Generationen bekannt werden oder eine neue Sichtweise einbringen.

Dies ist der Fall bei der Graphic Novel, einer Gattung die zu Adaptionen literarischer Werke an ihre visuelle Erzählsprache geführt und es geschafft hat der Geschichte eine neue Dimension zu verleihen.

Nada von Carmen Laforet (Destino, 1945, in Deutschland unter demselben Titel bei Suhrkamp herausgegeben) ist ein Beispiel für diese Umstellung auf die Bildsprache. Dieser Roman, der bei der ersten Auflage dieses Wettbewerbs 1945 mit dem Nadal-Preis ausgezeichnet wurde, war eine echte Revolution und ist zu einem der wichtigsten Werke der Nachkriegsliteratur geworden.

In den Worten von Rosa Montero im Vorwort von Nada: „Heute gelesen, überrascht uns Nada mit seiner Modernität. Weil er trotz der Gräueltaten, von denen er berichtet, absolut unsentimental ist. Wegen seinem präzisen, sauberen Stil, scharf wie Glas, der gleichzeitig voller Ausdruckskraft und poetischer Originalität ist. Und wegen seinen Figuren und Themen“.

Diese faszinierende Geschichte, die die junge Carmen Laforet im Alter von nur 23 Jahren schrieb, wurde von Claudio Stassi adaptiert und von Planeta Cómic veröffentlicht. Der in Italien geborene und in Barcelona lebende Karikaturist veranschaulicht auf perfekte Weise diese erdrückende Familienatmosphäre und das Barcelona der Nachkriegszeit.

Stassi ist auch Autor von Por eso me llamo Giovanni, erschienen bei Rizzoli, und Zeichner mehrerer Comic-Serien sowie einer weiteren Adaption von Planeta Cómic: La ciudad de los prodigios.

Eduardo Mendozas Roman La ciudad de los prodigios, 1986 erschienen, (in Deutschland als “Stadt der Wunder” bei Suhrkamp herausgegeben) wurde mit dem Preis Ciutat de Barcelona ausgezeichnet. Der Roman reist durch das Barcelona zwischen den beiden Weltausstellungen (1888 und 1929) mit Hilfe von Onofre Bouvila, einem Einwanderer, anarchistischen Propagandaboten und Haarwuchsmittel-Straßenhändler, der an die Spitze der finanziellen und kriminellen Macht aufsteigt.

Dies ist ein einzigartiger Titel der zeitgenössischen Literatur, der von Claudio Stassi auch für Planeta Cómic im Jahr 2020 adaptiert wurde. „Einen Roman als Comic zu adaptieren, ist nie einfach. Es sind verschiedene Sprachen, wie Geschwister würde ich sagen“. Seine visuelle Referenz, um Mendozas Universum zu erschaffen, war das Gangsterkino mit Filmen wie Der Pate. Außerdem empfahl ihm Mendoza selbst, sich die Fernsehserie Peaky Blinders anzusehen, die sich in Birmingham, England, abspielt, weil sie ihn so sehr an das Barcelona der Stadt der Wunder erinnerte, das er sich beim Schreiben seines Romans vorgestellt hatte.

Fernando Aramburus Roman Patria (Tusquets editores, 2016, in Deutschland unter demselben Titel von Rowohlt herausgegeben) war ein großer Erfolg bei Kritikern und Publikum und wurde mit dem Premio de la Crítica 2017 und dem Francisco Umbral al Libro del Año-Preis ausgezeichnet. Er erzählt die Geschichte zweier Familien, die in einem fiktiven Dorf in Guipúzcoa, Baskenland, leben. Es handelt sich von befreundeten Familien, die später aus politischen Gründen miteinander in Konflikt geraten. Die Aktion erstreckt sich über fast drei Jahrzehnte, von Mitte der 1980er Jahre bis einige Monate nach der Erklärung der endgültigen Einstellung der Gewalt durch die Terrororganisation ETA im Oktober 2011.

Die Adaption in eine Graphic Novel (Planeta Cómic, 2020) wurde von Toni Fejzula, einem der bedeutendsten Cartoonisten seiner Generation, Illustrator und Gestalter von Animationsszenarien, durchgeführt. Der Künstler hat auch die Texte der Graphic Novel verfasst und hat der Welt, die in Patria erzählt wird, mit seinem persönlichen Stil von Farben und Formen ein Bild gegeben.

Der Schriftsteller Arturo Pérez-Reverte, der mehrere Titel auf Deutsch hat, ist ein weiterer Autor, dessen Bücher in vielfältige Formaten adaptiert wurden: Kino, Fernsehserien, Graphic Novels… Was letztere betrifft, so ist der Comiczeichner und Illustrator Rubén Del Rincón der Schöpfer der Version von zwei Romanen von Pérez-Reverte: Max und La sombra del águila.

Rubén del Rincón ist ein Autor, der für Comics wie Nassao Views, Mesalina, Robot Giant Hazard oder Entretelas bekannt ist. Zusammen mit dem Autor Salva Rubio hat er das Spin-Off im Comicformat -mit dem Titel Max- des Romans El tango de la guardia vieja von Arturo Pérez-Reverte (Alfaguara, 2012, in Deutschland als „Dreimal im Leben“, von Insel Verlag herausgegeben) auf der Grundlage seiner Figur Max Costa geschrieben. 

Max, 2019 bei Planeta Cómic erschienen, zeigt den jungen Tänzer aus Revertes Roman in einem neuen Abenteuer, in dem er von einem Leben in Luxus und Geld träumt, weit entfernt von der Armut und dem Elend im Barcelona der 1920er Jahre. 

Eine weitere Adaption des Werks von Pérez-Reverte durch Rubén del Rincón ist der Kurzroman La sombra del águila (Alfaguara, 1993), der zuerst als Kurzgeschichte in der Zeitung El País erschien und den Pérez-Reverte während seiner Berichterstattung über den Bosnienkrieg schrieb.

Die Adaption als Graphic Novel erschien im Jahr 2012 (Planeta Cómic) und erzählt eine fiktive Geschichte, die auf einem wahren historischen Ereignis während des Russlandfeldzugs von 1812 beruht. „In einem widrigen Gefecht für die napoleonischen Truppen versucht ein Bataillon ehemaliger spanischer Gefangener die in die französische Armee zwangsrekrutiert wurden, zu desertieren und zu den Russen überzulaufen. Der Kaiser hält dies für eine Heldenhafte Tat und befiehlt einen Kavallerieangriff zu deren Hilfe, der unvorhersehbare Folgen haben wird“. 

Ein weiterer unverzichtbarer Titel in der spanischen Belletristik, der zuerst im Kino (David Trueba) und dann in den Graphic Novels erschien, ist Soldados de Salamina von Javier Cercas (2001, in Deutschland als “Soldaten von Salamis” von Fischer Verlag herausgegeben). Dieser moderne Klassiker der Weltliteratur erzählt die Geschichte von Rafael Sánchez Mazas, Dichter, Gründer der Falange und Minister Francos, der wie durch ein Wunder einem Erschießungskommando entkam, weil ein republikanischer Soldat sein Leben verschonte. Sechzig Jahre später wird ein Schriftsteller in Not von dieser Episode fasziniert sein und versucht, die Umstände und das Schicksal der Protagonisten zu klären. Die Adaption (Reservoir Books, 2019) stammt von José Pablo García, einem Autor mit internationalem Ruf und so unterschiedlichen Werken wie die Joselito-Biografie Las aventuras de Joselito, die Reise durch die besetzten palästinensischen Gebiete Vidas ocupadas und den beiden Comic-Adaptionen der Essays La guerra civil española und La muerte de Guernica von Paul Preston.  

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