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Wir sehen uns in Frankfurt

Am 9. Juni stellte der Minister für Kultur und Sport, Miquel Iceta, zusammen mit der Projektleiterin, Elvira Marco, und dem Präsidenten des Verbands der spanischen Verlegergilden, Daniel Fernández, das kulturelle und literarische Programm Spanien Ehrengast der Frankfurter Buchmesse vor, das im Oktober stattfinden wird.

„Diese Präsentation ist der Höhepunkt der Vorbereitungen für unseren Weg nach Frankfurt. Ehrengast der wichtigsten internationalen Buchmesse zu sein, ist kein Regierungsprojekt, sondern ein Projekt von uns allen: des Landes, das wir sind, seiner Sprachen, seiner Kulturen, seiner Literaturen“, so der Kulturminister.

Iceta hob auch das bisher Erreichte besonders hervor: „Wir haben die Prognose von etwa 350 übersetzten Büchern spanischer Autoren übertroffen: jetzt sind es schon 411 und die Zahl nimmt noch weiter zu“. Diese Zahlen unterstreichen das Motto des Projekts: #SprühendeKreativität. 

Ein Motto, von dem er sich als bedingungsloser Fan erklärte: „Es ist sehr schwierig, in so wenigen Worten zu zeigen, wie wir sind und wie wir sein wollen“. „Der Ehrengaststatus auf der Frankfurter Buchmesse“, so der Minister, „wird es Spanien ermöglichen, die Internationalisierung unserer Autoren und der Buchbranche zu fördern. Es ist die Gelegenheit, das spanische Verlagswesen international voranzutreiben und unsere Kulturindustrie bekannt zu machen“.

Antonia Blau, Leiterin des Goethe-Instituts in Madrid, wo die Vorstellung stattfand, stellte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, vor, der sich diesen besonderen Anlass nicht entgehen lassen wollte. „Wir freuen uns auf den Besuch von Spanien als Ehrengast. Wenn wir uns für ein Land entscheiden, dann deshalb, weil wir glauben, dass es für unsere Leser, und auch die der ganzen Welt, und für unsere Verleger wichtig ist. Dies ist eine einzigartige Gelegenheit, die mehrsprachige und lebendige Literatur und Kultur des heutigen Spaniens widerzuspiegeln“, so Boos.

Die Projektleiterin, Elvira Marco, stellte das literarische und fachliche Programm vor, das auf den 2.000 m2 des spanischen Pavillons in Frankfurt stattfinden wird.

„Fast 200 Autoren werden an diesem Programm teilnehmen, und mit ihnen werden wir in der Lage sein, alle Genres und alle Sprachen zu hören. Außerdem werden wir einen Rundgang durch die kreative Landschaft machen: Schriftstellerinnen, Verlegerinnen, Illustratorinnen, Agentinnen, Übersetzerinnen… Die 50 Gespräche, die wir zu den unterschiedlichsten Themen und die uns am meisten beschäftigen, führen werden, werden auf zwei Bühnen stattfinden“. 

Während der fünf Messetage werden im spanischen Pavillon neue literarische Tendenzen, die großen Namen der Erzählkunst, die grenzüberschreitende Generation von Autorinnen, die Musik, das Theater, die von den Lesern immer mehr geschätzte Sachbücher, die Poesie, die Illustration, die Comics und die Kinder- und Jugendliteratur, die nach den Worten der Projektleiterin „zunehmend auf dem Vormarsch ist“, ihren Platz haben. Elvira Marco hob besonders den Literarischen Beirat hervor, der sich aus der Buchhändlerin Lola Larumbe, der Dichterin Àngels Gregori, dem Schriftsteller und Journalisten Jesús Marchamalo und dem Romanautor und Kulturjournalisten Sergio Vila-Sanjuán zusammensetzt, die im Goethe-Institut anwesend waren. Alle vier haben zusammengearbeitet, um dieses Programm zu einem Spiegelbild dieser Vielfalt zu machen.

Daniel Fernández, Präsident des Verbands der spanischen Verlegergilden, hatte die Gelegenheit, das andere Mal, als Spanien 1991 Ehrengast war, aus erster Hand zu erleben. „Sowohl damals wie heute war, ist und bleibt Frankfurt die Messe der Verleger, Autoren, Schriftsteller und Literaturagenten. Die Messe, auf der die Literatur regiert, auf der die Beziehung zwischen den Autoren und ihren Lesern gefestigt wird; aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir dorthin gehen, um Geschäfte zu machen“, erinnerte er die Anwesenden und fügte hinzu: „Der große Unterschied ist, dass wir jetzt nicht nur Rechte kaufen, sondern sie auch verkaufen“. 

Fernández hob den Reichtum der Verlagsproduktion in Spanien hervor, „sowohl auf Kastilisch als auch in den anderen Landessprachen, und das vorgestellte Programm ist ein Spiegelbild davon“. Die Sprachenvielfalt – 75 % der ausgewählten Autoren schreiben auf Kastilisch, die restlichen 25 % in den anderen Amtssprachen Spaniens – und die Bibliodiversität – mehr als 400 Verlage werden in Frankfurt anwesend sein – sind zwei der Pfeiler des Auftreten Spaniens in Frankfurt. Die anderen sind die Kraft der spanischen Sprache als Brücke zu Lateinamerika und die Werte der Gleichheit und Vielfalt in der spanischen Gesellschaft: 50 % der Teilnehmer des Literaturprogramms sind Frauen, und es gibt auch Platz für eine junge Generation von Autoren aus Nordafrika und Asien, die auch für den spanischen Markt schreiben.

Die letzte Rednerin war Irene Vallejo, Autorin von El infinito en un junco (Papyrus: Die Geschichte der Welt in Büchern), das in mehr als 35 Ländern veröffentlicht und übersetzt wurde. Sie tat dies im Namen der fast 200 Autoren und Illustratoren, die Teil des starken und vielfältigen Literaturprogramms sind, das vom 19. bis 23. Oktober stattfindet. Sie und Antonio Muñoz Molina werden für die Eröffnung der Messe verantwortlich sein. Eine Aufgabe, auf die sie stolz ist, für die sie sich aber auch sehr verantwortlich fühlt: 

„Dank der Bücher sind wir die einzige Gattung, die mit den Toten sprechen kann. Wir sind das einzige Tier, das weiß, wie die Welt aussah, bevor es geboren wurde. Derjenige, der mehr liest, vereinfacht weniger“. 

Die Generaldirektorin für Buch und Leseförderung, María José Gálvez, der Präsident der Acción Cultural Española (AC/E), José Andrés Torres Mora, und der Botschaftsrat der deutschen Botschaft in Spanien, Christoph Wolfrum, waren ebenfalls bei der Veranstaltung anwesend.

Die Autorin aus Saragossa erinnert im Vorwort ihres internationalsten Titels, der sich mehr als 400.000 Mal verkauft hat, daran: „Vergessen wir nicht, dass das Buch über viele Jahrhunderte unser Verbündeter in einem Krieg war, der in den Geschichtsbüchern nicht verzeichnet ist. Der Kampf um die Bewahrung unserer kostbaren Schöpfungen: die Wörter, die nur ein Hauch von Luft sind; die Fiktionen, die wir erfinden, um dem Chaos einen Sinn zu geben und in ihm zu überleben; das wahre, falsche und immer vorläufige Wissen, das wir am harten Felsen unserer Unwissenheit wegkratzen“.